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Von Sault auf den Mont Ventoux

Karte Mont Ventoux
Mi. 09. September, 56.2 km – 1279 Hm

Im Norden der Provence ist der Mont Ventoux ein weithin sichtbarer und auffälliger Berg. Er ragt mit 1912 m aus dem Hügelland zwischen den Ausläufern der Alpen im Osten und der Rhône im Westen heraus und wird auch als der "Riese der Provence" bezeichnet. Die Spitze ist nahezu vegetationslos und mit weißen Kalksteinen bedeckt, eine Folge der Rodungen unter dem Ancien Régime. Daher sieht der Berg auch im Sommer aus der Ferne fast so aus, als wäre er schneebedeckt. Die Hänge des Mont Ventoux sind in der Zwischenzeit wieder weitgehend aufgeforstet worden. Im Jahre 1882 wurde auf dem Gipfel ein meteorologisches Observatorium errichtet. Das jetzige Gebäude wird heute auch als Sendestation für digitales Fernsehen benutzt. Die Straße D974 führt von Malaucène über den Gipfel nach Bédoin. Die D164 von Sault trifft auf diese Straße beim Chalet Reynard, so dass es drei Möglichkeiten gibt, zum Gipfel hochzufahren.

Auffahrt Mont Ventoux
Die Auffahrt zum Mont Ventoux beginnt durch Wald.
Bei Fahrradrennen in Frankreich wird der Gipfel des Mont Ventoux häufig in einer Bergprüfung angefahren. So finden sich immer wieder Überquerungen oder Bergankünfte im Programm der Tour de France, der Dauphiné Liberé und des Rennens Paris-Nizza. Im Jahre 2009 wurde die Bergankunft auf dem Mont Ventoux bei der Tour de France sogar als Höhepunkt der Rundfahrt auf den vorletzten Tag vor dem Finale in Paris gelegt. Daher zieht dieser Berg Radfahrer aus aller Welt magisch an, die alle einmal dort hinauffahren wollen. Wer sich das bestätigen lassen möchte, kann sich ein entsprechendes Dokument (2 €) zum Beispiel im Office de Tourisme in Sault kaufen. Vor der Touristeninformation und auch oben auf dem Gipfel gibt es dann Kästen, an denen man sich die Zeit einstempeln lassen kann.

Wir sind von Sault aus auf den Gipfel gefahren. Diese Strecke gilt als die leichteste der drei Möglichkeiten und beginnt bei etwa 700 m Höhe im Osten des Berges. 1220 m sind bergauf zu fahren. Die Auffahrt von Westen, vom Ort Malaucène aus, hat einen Höhenunterschied von 1570 m und ist auch etwas steiler. Von Bédoin aus müssen 1610 Höhenmeter erklommen werden. Diese Strecke gilt als die schwierigste. Sie trifft in etwa 1400 m Höhe beim Chalet Reynard auf die Strecke von Sault und führt dann mit ihr gemeinsam zum Gipfel. Bei der Tour de France 2009 wurde dieser Aufstieg gefahren.

Auffahrt Mont Ventoux
Hinter dem Chalet Reynard wird es steiler.
Vom Campingplatz mussten wir zuerst nicht nur nach Sault hinunter, sondern dann auch noch weiter bergab ins Tal der Nesque fahren. Der Aufstieg begann dann in einer Höhe von etwa 700 m. Anfangs wurde auf den Feldern vor allem Lavendel angebaut. Die diesjährige Ernte war schon abgeschlossen, aber vereinzelt gab es Felder mit jungen Pflanzen, die noch Blüten trugen. Dort fuhren wir öfters durch eine Wolke von Lavendelduft.

Bald kamen wir dann in den Wald hinein, während sich die Straße langsam nach oben wand. Die Steigung war nicht übermäßig, an steileren Stellen 6 oder 7 %, meist aber flacher. Wir hatten aber eine Straße mit etwas besserer Oberflächenqualität erwartet. Wie häufig in Frankreich, war auf den Kilometersteinen auch die Höhe angegeben. So hatten wir eine zusätzliche Information zu unserem Höhenmesser und konnten unser Fortkommen genau verfolgen. Oberhalb von 1300 m war die Straße dann fast eben, plötzlich konnten wir den Gipfel sehen und bald erreichten wir auch das Chalet Reynard.

Beim Chalet Reynard, einem Restaurant, war auch ein riesiger Parkplatz. Hier trafen wir auf die Straße von Bédoin zum Gipfel. Ab jetzt herrschte wesentlich mehr Verkehr als zuvor, sowohl motorisiert als auch Unmengen an Fahrradfahrern. Da dies in diesem Jahr auch die Strecke der Tour de France gewesen war, war der Asphalt mit Anfeuerungen für die Profis bemalt, die Straße war breiter als zuvor und auch qualitativ besser. Und es wurde merklich steiler.

Auffahrt Mont Ventoux
Der Gipfel ist in Sicht.
Kurz hinter dem Chalet Reynard gab es noch einen Brunnen. Dies war die letzte Möglichkeit vor dem Gipfel um Trinkflaschen nachzufüllen. Auf den nächsten Kilometern standen zuerst keine Bäume mehr, dann wurden die kleinen Inseln mit niedriger Vegetaion immer seltener, bis sie ganz aufhören. Schließlich gab es nur noch eine Wüste von weißen Steinen. Entsprechend der außergewöhnlichen Umgebung waren die Pflanzen, die manchmal doch zwischen den Steinen wuchsen, auch selten. So gab es zum Beispiel Gelben Alpenmohn oder Silberdisteln.

Während der Fahrt hatten wir ab dem Chalet Reynard fast immer das Gebäude des Observatoriums auf dem Gipfel im Blick, das langsam näher kam. Auf der linken Seite eröffnete sich ein weiter Blick über das Département Vaucluse im Süden des Berges und rechts sah man nur weiße Steine. Zum Abhang hin standen an der Straße gelb-schwarz bemalte Metallstangen, die einen Kontrast zu den Steinen und dem blauen Himmel bildeten. Wir hatten uns einen sonnigen Tag für die Auffahrt zum Mont Ventoux ausgesucht. Auch der Wind war nur mäßig im Widerspruch zum Namen des Berges.

Blick vom Mont Ventoux
Blick vom Gipfel.
Den größten Teil des schweren Aufstiegs hatten wir geschafft, als rechts neben der Straße das Denkmal für Tom Simpson stand. Dieser Radprofi verstarb während des Aufstiegs bei der Tour de France 1967 als Folge von Doping (Amphetamine und Alkohol). Viele Fahrradfahrer legten unter das Denkmal ihre Trinkflasche und manche blieben auch ehrfürchtig davor stehen. Dann folgte eine Stelle, die auf einem Schild als Col de Tempête bezeichnet wurde. An diesem Sattel der Stürme war zum ersten Mal ein Blick nach Norden ins Département Drôme möglich. Es kam noch ein Restaurant und schließlich vor dem Gipfel noch eine scharfe Rechtskurve, in der die Straße noch einmal extra steil zu werden schien. Aber wir sahen von hier aus schon, dass es nur noch wenige Höhenmeter waren. Bei der Tour de France 2009 befand sich hier die Zielgerade der Etappe.

Abfahrt Mont Ventoux
Die Abfahrt beginnt.
Das Gipfelplateau war nur klein. Neben dem riesigen Gebäude des Observatoriums gab es ein paar Verkaufsstände für Süßigkeiten und Produkte der Region. Beherrscht wurde das Plateau aber von unzähligen Radfahrern, die erschöpft und glücklich waren, weil sie es endlich geschafft hatten. In diesem Durcheinander aus Leuten in den buntesten Trikots, die wegen ihrer Schuhe mit Klickpedalen nur beschwerlich gehen konnten, fielen diejenigen, die motorisiert nach oben gekommen waren, kaum auf. Selbst Fahrer von blankpolierten Oldtimern oder Motoradfahrer mit großen Maschinen mussten sich in dieser Umgebung völlig fehl am Platz vorgekommen sein und fuhren bald wieder ab. Nur die Fahrer von Begleitautos, von denen wir auch etliche sahen, verstanden wahrscheinlich die Atmosphäre.

Wir fuhren auf der gleichen Strecke, auf der wir gekommen waren, zurück. Die Rückfahrt war unproblematisch. Bis zum Chalet Reynard war es steil. Die Fahrbahn war aber so breit, dass selbst Autos, die zum Beispiel bergauf noch andere Radfahrer überholten, keine Gefahr darstellten. Nach dem Chalet wurde die Straße wieder holprig, was bergab unangenehmer war als bei der Auffahrt. Zu guter Letzt mussten wir aus dem Tal der Nesque wieder nach Sault und zum Campingplatz bergauf fahren.


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